Aus aktuellem Anlass (Überschwemmungskatastrophen in Mitteleuropa) habe ich mich ein wenig mit dem Thema CO2-Gehalt der Atmosphäre und den Folgen beschäftigt und auch damit, was dagegen getan werden könnte.

Die historische Entwicklung des CO2-Gehalt

Der heutige CO2-Gehalt in der Atmosphäre liegt bei etwa 400 ppm (parts per million) bei steigender Tendenz.
Vor etwa 50 Millionen Jahren (schon nach dem Aussterben der Dinosaurier) lag der CO2-Gehalt bei über 1500 ppm, wobei die Erde in dieser Zeit noch völlig Eisfrei war – auch an den Polen. Die globale durchschnittliche Temperatur lag bei solchen Werten um etwa 8 °C höher und der globale Meeresspiegel lag ca. 50 m höher als heute.

Aber selbst vor 129 000 bis 116 000 Jahre war es noch um 1-2 °C wärmer als vorindustriell (also vor etwa 200 Jahren). Das maximale Meeresspiegelniveau lag dabei ca. 6 m über dem gegenwärtigen Niveau.

Erst vor etwa 35 Millionen Jahren sank der CO2-Wert auf ca. 300 ppm, womit die Vereisung der Antarktis eingeleitet wurde und vor etwa zweieinhalb Millionen Jahren begann das bis in die Gegenwart anhaltende Eiszeitalter. Die durchschnittlichen CO2-Werte im gegenwärtigen Eiszeitalter lagen zwischen 180 und 300 ppm.
Dabei ist erkennbar und auch allgemein anerkannt, dass der CO2-Gehalt in der Luft bei den jeweiligen globalen Temperaturen eine entscheidende Rolle spielt.

Steigende Meeresspiegel infolge steigender globaler Temperaturen werden bei gleichzeitig steigender Weltbevölkerung die größte Herausforderung der näheren Zukunft darstellen.

Quellen:

Herausforderungen

Es gilt als erwiesen, dass die derzeitige globale Klimaerwärmung mit dem steigenden CO2-Gehalt in der Atmosphäre zusammenhängt. Ich habe einen Artikel gefunden mit einer Graphik, die zeigt, wie der CO2-Gehalt steigt und wie gleichzeitig auch die globale Temperatur im genau gleichen Maße ansteigt: Klimaschutz: Wie lässt sich CO2 aus der Atmosphäre entfernen? (Deutsche Welle)

Da wir als Menschheit große Mengen an kohlenstoffhaltigen Energieträgern (vor allem Kohle, Öl und Gas) für die Energiegewinnung verwenden, wobei nun mal auch große Mengen an CO2 anfallen, ist es eine logische Schlussfolgerung, dass der derzeitige Klimawandel menschengemacht ist. Heute ist es global gesehen bereits um 1,1° C wärmer, als es 1850 war. Ab etwa dieser Zeit sprechen wir vom industriellen Zeitalter. Seit dieser Zeit stieg der CO2-Gehalt in der Atmosphäre von 0,029% auf 0,041% (288 ppm auf 414 ppm) an.

Und derzeit fallen immer noch große Mengen an CO2 bei der Energieerzeugung an. Global waren es in den letzten 50 Jahren über 1200 Milliarden Tonnen CO2 – allein 2018 waren es 36,6 Milliarden Tonnen.

Es ist deswegen natürlich geboten, Technologien voranzubringen, bei denen kein CO2 anfällt – einerseits.

Es erscheint andererseits aber auch notwendig, das CO2 aus der Atmosphäre wieder herauszufiltern, das dort bereits zu viel ist und das die erhöhten Temperaturen mit den bereits sichtbaren Auswirkungen verursacht.

Lösungen und mein Empfinden

Das ist möglich und es gibt im oben verlinkten Artikel verschiedene Vorschläge.

Eine Möglichkeit ist die Aufforstung von Waldflächen und Reaktivierung von Mooren. In Ländern, in denen Umweltschutz durchsetzbar ist, kann das eine Möglichkeit sein.

Skeptisch bin ich vor allem bei Ländern in der tropischen Klimazone mit ihren Regenwäldern, in denen weiterhin stark abgeholzt wird oder etwa in Kalifornien oder in der russischen Taiga, wo zunehmende Hitze im Sommer eher zu Waldbänden führt und wo eventuelle Aufforstungen jedes Jahr wieder zunichte gemacht werden.

Während ich da eher skeptisch bin, könnten laut einiger Studien etwa 3,6 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr gebunden werden.

Auch die Landwirtschaft könnte zur CO2-Verringerung der Luft beitragen. Durch den Eintrag von Humus etwa in Form von Pflanzenresten statt chemischer Düngung ließen sich laut der Studien 2-5 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr binden.

Weitere zwischen 0,5 bis 2 Milliarden Tonnen CO2 könnten durch die Produktion von Pflanzenkohle gebunden werden, bei der durch eine Technologie organisches Material mit Hilfe von Hitze, Druck und Ausschluss von Sauerstoff verkohlt wird. Das Produkt kann ebenfalls als Dünger für die Landwirtschaft eingesetzt werden.

Insgesamt ein bescheidener, aber durchaus vielversprechender Beitrag.

Als weitere Möglichkeit gelten verschiedene Technologien, bei der CO2 aus der Luft gefiltert und im Boden beziehungsweise Gestein eingelagert wird. Hierbei gibt es allerdings entweder noch Forschungsbedarf auch wegen möglicher Gefahren (etwa Erdbeben etc.) oder sie sind noch sehr teuer.

Ich persönlich halte davon nicht sehr viel.

Auch das Ausbringen von Karbonat- und Silikatgestein auf Land- oder Meeresflächen bzw. Eisen im Meer könnte CO2 binden. Vor allem letzteres ist sehr umstritten – alle Verfahren sind noch zu wenig erforscht.

Ich persönlich würde es favorisieren, wenn aus der Luft gefiltertes CO2 für die Baustoffindustrie gewonnen werden könnte, um damit Gebäude zu errichten. Auch hier gibt es mit Solidia (Zement) und CarbonCure (Fertigbeton) bereits Beispiele dafür, dass dies möglich ist. Allerdings sind diese Baustoffe noch sehr teuer. Die herkömmliche Zementherstellung ist auf der anderen Seite allerdings sehr energieintensiv, was zur Zeit noch zu den CO2-Emissionen beiträgt: CO2-Karbonatisierung: Option für eine saubere Zementindustrie? (IASS Potsdam)