Inhaltsverzeichnis

Einleitung 1

Argumente für und gegen die Demokratie 2

Sinnvolle Alternativen? 4

Auswertung und Ausblick 6

 

Einleitung

„Für Demokratie bin ich bereit mein Leben zu lassen!“ So dürften wohl einige Menschen gedacht haben und noch immer denken. Man denke nur an die Rebellen in Libyen2. Doch, erinnern wir uns: Wie ist die Demokratie überhaupt entstanden? War das nicht etwas mit Kleisthenes, diesem adligen Griechen3? Nun ja, zumindest Herodot bezeichnet ihn als Begründer der attischen Demokratie, nachdem er durch Bestechung das Orakel von Delphi dazu brachte Kleomenes von Sparta auf Athen loszulassen und dort den Tyrann Hippias abzusetzen. Zurück aus dem Exil führte Kleisthenes hier dann seine Reformen durch, die das Land in kleine Stücke teilte und es jedem freien Bürger erlaubte den zukünftigen Herrscher Athens zu wählen4. Natürlich war der Vorgang: „Einrichtung einer Demokratie“ damit noch nicht abgeschlossen und im Laufe der Zeit kamen immer mehr Aspekte hinzu5. War Kleisthenes Idee, und damit die Demokratie, auf langfristige Sicht sinnvoll? Brachte sie nicht einen Schwall von Problemen mit sich? Was sind überhaupt die Probleme der Demokratie?

Nun, nicht umsonst wird Themistokles, einem Helden aus den Perserkriegen, der Athen nicht nur einmal die Haut rettete, Bestechung der Wähler zur Festigung seiner Macht vorgeworfen. Anderseits hätte er, als normaler Bürger, ohne Demokratie wohl nie die griechische Welt retten können – und damit unser Erbe6. Außerdem sind Korruption und Co ja keine „Erfindung/Folge“ der Demokratie sondern entspringen der subjektiven menschlichen Schlechtigkeit, oder besser gesagt: Unvernunft, die aufgrund mangelnder objektiven Sichtweise, sofern es diese geben mag7, oft nicht erkannt wird. Das leitet uns gleich zur Fragestellung: Ist Demokratie, wie wir sie in Deutschland haben, die beste Lösung und unser aller ewiges Ziel? Was denken die Bürger dazu? Bessere Alternativen? Mögliche Änderungen?

Nach meinem besten Vermögen werde ich im Folgenden versuchen diese Fragen zu erörtern.

Argumente für und gegen die Demokratie

Da es verschiedene Demokratische Systeme gibt gehe ich hier von unserem in Deutschland verwendeten aus, das ja bekanntlich eine Mischung aus verschiedenen politischen Systemen ist8.

Gegen die Demokratie spricht ein langwieriges Hin-und Her der Verhandlungen sowie der Diskussionen und damit eine beträchtliche Verzögerung, sodass einige Vorschläge, oft sogar sehr sinnvolle, um Jahre verspätet oder gar nie umgesetzt werden. Auch die allereinfachsten Dinge können so lange aufgeschoben werden. Man denke doch nur an die Hartz 4 Reform: Abgesehen davon, dass ein Kompromiss fast auf der Hand lag und die Streitereien vermutlich nur machtpolitisch bedingt waren, schien es mir auch, als ob auf der Hand liegende Probleme fast absichtlich ignoriert wurden: Dass einige Hartz 4 Empfänger oft Hunger leiden dürfte wohl bekannt gewesen sein. Auch die Idee mit den Bildungspaketen wurde meiner Meinung nach viel zu spät realisiert9.

Und das leitet uns gleich zum nächsten Problem über: Manchmal sind die Entscheidungen eben doch falsch, besonders wenn es nicht mehr um die Interessen der Bürger geht, oder haben mehr Nachteile als Vorteile. Die Politik wird einfach zu einem Kampf verschiedener Parteien ohne Rücksicht auf die Vernunft. Besonders häufig ist das, wenn eine Partei regiert und rücksichtslos, anscheinend oft auch ohne genug zu denken, ihre Interessen, deren Richtigkeit von der Opposition selbstverständlich, vermutlich aus politischem Kalkül, nach dem Prinzip: Dem Namen alle Ehre, angezweifelt wird, durchsetzten will. Ich bin mir auch der Tatsache bewusst, dass der Mensch meist grundsätzlich nach der Befriedigung seiner Bedürfnisse strebt, aber das Macht ein so großes Bedürfnis der Politiker ist, empfinde ich für die Demokratie als schädlich. Ich möchte hier gar nicht das umstrittene Bahnprojekt S 21 ansprechen, das nämlich verdient einen eigenen Aufsatz, sondern einmal den Kanalbau an der Saale erwähnen. 100 Millionen Euro soll dieser kosten und stößt auf das Missfallen der meisten Bewohner – einige Fachmänner halten ihn für sinnlos10. Manchmal scheint auch die vom Volk gewählte Regierung gegen deren Willen und ausführliche Studie zu handeln.

Selbstverständlich könnte man hier einwenden, dass dies kein reiner Fehler der Demokratie sei, denn das gleiche könnte auch, vielleicht sogar mit größerer Wahrscheinlichkeit, bei einer Monarchie auftreten. Allerdings, und darum geht es, ist dies ein eindeutiger Nachteil und entspricht nicht dem demokratischen Ideal und möglicherweise gibt es eine Möglichkeit diesen Fehler zu beheben.

Weiter gegen ein demokratisches Prinzip spricht der schon weiter oben angedeutete Machtkampf, ein ständiges hin und her von Anschuldigungen und damit die Sinnentfremdung vom eigentlichen: „Wir machen was unsere Wähler wollen.“ Nicht umsonst wurden die Grünen im Wahlkampf in B-W als die Dagegen-Partei bezeichnet. Die CDU hat zu diesem Thema sogar eine Website eingerichtet: http://www.die-dagegen-partei.de/. Laut dieser Seite haben die Grünen 150 Projekte abgelehnt als sie in der Opposition waren. Nun, das ist ja eigentlich ok, die Wähler der Partei scheinen das ja zu wollen, das Lustigste ist aber: Als sie in Hamburg an die Macht kamen führten sie ein von ihnen als Opposition abgelehntes Projekt doch durch – „Es ginge halt nicht anders“ hat man damals gesagt und deswegen wurde das Kohlekraftwerk halt gebaut. Gewählt ist gewählt auch wenn man eigentlich gewählt wurde um den Bau zu stoppen11. (Ich bin gespannt wie das in Baden – Württemberg aussehen wird.)

Ganz klar für die Demokratie spricht ihr einfacher, aber nicht minder bedeutender, Grundsatz: Das Volk herrscht über sich selber. Diese Form von Regierung garantiert, dass das Volk: A sein Miteinander selbst bestimmt (,wenn wir mal von einem unser Schicksal bestimmenden Determinismus absehen), was selbstverständlich äußerst gerecht ist, da für die Mehrheit, und nicht für eine kleine Minderheit, die beste Lösung zumindest gesucht wird und B das Volk die Folgen, vor allem wenn sie negativ sind, einer gefällten Entscheidungen besser verträgt, akzeptiert. Schließlich ging die Handlung, welche die Folge hervorgerufen hat ja von ihm aus. Zu erkennen ist das u.a. auch an den Wahl des Gemeinderats in Gomaringen: Es werden Vertreter des Volkes gewählt, die versuchen durch einen Kompromiss das Beste für die Wähler, die sie vertreten zu erreichen. So wurde zum allgemeinen Wohlbefinden eine neue Turnhalle anstelle eines neuen Schlosses gebaut (welches vermutlich von einem herrschenden Fürsten gebaut werden würde), von welcher alle Bewohner, nicht nur die Oberschicht, profitieren12

Ebenfalls ein Argument für die Demokratie ist die gewaltige Steigerung der Interesse an Politik, damit verbunden die Mehrung des Allgemeinwissens und die Erkenntnis der eigenen Bedeutung, was wiederum zu einer weltoffenen, oft auf das Wohl aller Menschen bedachten, Handlung im eigenen Leben führt. Ganz ohne Zweifel: Man lernt sein Schicksal selbst zu bestimmen. Menschen, denen von oben alles gesagt wird, werden viel seltener eine Begeisterung für Politik entwickeln. Demokratie führt zu einer vernünftigen, und damit guten Bildung. Führen wir uns doch nur einen historischen Vergleich vor Augen: Noch vor 100 Jahren bestanden in Deutschland alle wichtigen Politiker aus Adligen13, das gemeine Volk musste die von oben gegebene Entscheidungen akzeptieren und sogar gutheißen! Einen anderen politischen, auch fremde Länder, in ein friedliches, harmonisches Miteinander einschließenden Gedanken gab es entweder nicht oder er war von keiner nennenswerten Bedeutung: Mit der Demokratie hat sich das geändert.

Für die Demokratie spricht auch die aus ihr resultierende wachsende Akzeptanz gegenüber anderen Menschen, besonders im Zusammenhang mit Politik. Da jeder wählen darf, ohne das eine Gruppe einen bestimmten Vorteil hat, stellt sie alle Menschen auf die gleiche Stufe. Auch wenn einzelne Personen/Gruppen immer noch eine Abneigung gegen bestimmte Personen/Gruppen verspüren, so sorgt doch ein politisches Gleichgewicht, das auf die Rechte aller bedacht ist, für Mäßigung, da verschiedene Gruppen ein Kompromiss eingehen müssen. So mag es Beispielsweise durchaus noch „Ausländerfeindlichkeit“ geben, aber eine 1. auf die Menschenrechte, die teilweise nur durch die moderne Demokratie praktisch möglich wurden, bedachte und 2. teilweise auch durch aufgeschlossene „Ausländerfreunde“ gewählte Regierung wird den Feinden anders stämmigen Menschen nie einen großen oder auch gefährlichen Vorteil lassen.

Wir fassen also zusammen: Obwohl es einige Nachteile gibt, wie: Machtkampf, Verzögerung der Entscheidungen, Änderung der Interessen nach der Wahl etc. , scheinen diese Probleme meist nicht primär mit der Demokratie zusammenzuhängen. Stattdessen bringt diese einige Vorteile mit sich, die, zumindest bis jetzt, ohne die Demokratie nicht oder nur kaum möglich wären. Sicher gibt es noch einiges zu verbessern, trotzdem scheint mir die Demokratie ein großer Schritt in Richtung Vernunft zu sein, wenn man mal bedenkt wie viel gefährlicher andere Staatsformen seien können und auch waren.

Sinnvolle Alternativen?

Da ich oben relativ viel über die Demokratie geschrieben habe, möchte ich noch die Frage aufwerfen: Welche Alternativen gibt es? Können wir Demokratie vielleicht mit etwas verbinden um sie „besser“ zu machen? Rufen wir uns nach mal einige Staatsformen ins Gedächtnis: Monarchie, Sozialismus, Aristokratie und, auch wenn nur gewissermaßen, Anarchie.

Es versteht sich von selbst, dass die unten behandelten Beispiele äußerst unvollständig sind. Es ist mir nicht möglich alle möglichen Staatsformen aufzuzeigen, noch ist es im Zusammenhang mit dieser Arbeit sinnvoll.

Um sowohl vor und Nachteile übersichtlich darstellen und auswerten zu können, werde ich diese, für die jeweilige Staatsform, im Folgenden in einer Tabelle zeigen:

Monarchie

Vorteile

Nachteile

– teilweise schnellere Reaktionen des Staates als mit Demokratie ? Gute Vorschläge werden schnell durchgesetzt ? schneller Gewinn

– wenn der König eine falsche Entscheidung trifft leiden alle

– ein politisch begabter König kann sein „Reich“ gezielter führen als mit Demokratie ? Gute Vorschläge werden effektiv, richtig und direkt durchgesetzt

– der Wille des Volks wird selten beachtet

– Ein auf die gesamte Bevölkerung bedachter Herrscher kann sein Reich für (fast) jeden zufriedenstellend verwalten

– möglicherweise Ausbeutung der unteren Schichten

– außenpolitische Handlungen/Reaktionen schnell möglich

– möglicherweise Unzufriedenheit ? Aufstände

Wir sehen: Eine Monarchie hat durchaus praktische Vorteile; vielversprechende Änderungen können ohne einen langwierigen Genehmigungsprozess schnellstmöglich durchgesetzt werden. Auch sind Reaktionen auf weltpolitische Änderungen schneller möglich, als es bei uns im Moment der Fall ist. Ein geschickter Diplomat könnte aus Gegebenheiten wie sie gerade in Lybien passieren durchaus seinen Vorteil ziehen: Durch Unterstützung der Rebellen könnten weitere Wege für Handelsbeziehungen geschaffen werden.

Diese Überlegungen scheitern aber, und deswegen ist eine absolute, auf Vererbung beruhende Monarchie höchst ungünstig, wenn man einen „Trottel“ zum König hat der nicht das geringste Fünkchen von Politik versteht. Lassen Sie mich ein Beispiel in der Geschichte nennen, die uns, wiedereinmal, immerzu aus ihrer unendlichen Weisheit schöpfen lässt: Tiglatpileser III., charismatisch, gutaussehend (soweit man das aus heutiger Sicht noch sagen kann) schaffte es aus Assyrien, davor nur regional von Bedeutung, ein Großreich zu machen und die Grundsteine für ein noch viel mächtigeres, das Altertum bedeutend bestimmendes, Imperium zu legen1415. Kaiser Wilhelm II. schaffte es hingegen mit seiner Außenpolitik seinen Teil zum ersten Weltkrieg und der Zerstörung Deutschlands beizutragen16.

Ich denke, es ist anhand der gegebenen Beispiele klar, dass eine reine Monarchie, trotz möglicher Vorteile, auf Dauer nicht die richtige Lösung ist.

Sozialismus17

Vorteile

Nachteile

– Im Idealfall eine klassenlose Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung

– Kann leicht missbraucht werden (? eine herrschende Kraft übernimmt unter sozialistischem Deckmantel die Macht ? Sinnentfremdung)18

– Handeln nach dem Homo sociologicus

? es wird nicht nur auf das eigene Bedürfnis geachtet

– Erregt vermutlich das Missfallen der Oberschicht die wegen dem Sozialismus auf ihre Privilegien verzichten müssen

– Planwirtschaft teilweise wirtschaftlich weniger effizient19

Es gibt mehrere Definitionen von Sozialismus. Genau genommen gibt es nicht mal die gültige Definition20. Wie wollen bei diesem Begriff von der groben Vorstellung, und damit einer Verallgemeinerung, eines mehr oder weniger dummen Schülers ausgehen.

Es ist allerdings, und auch hier schöpfen wir wieder aus dem Kelch der Geschichte, sehr schwer den Sozialismus wirklich effektiv und gerecht in der Realität richtig durchzusetzen21. Die Idealisten, die im noch immer folgen, sollten, anhand der heutigen Ellenbogengesellschaft und Machthungrigkeit der Menschen, die Verwirklichung ihrer Träume weit in die Zukunft schieben.

Aristokratie

Vorteile

Nachteile

Möglicherweise etwas schnellere Entscheidungen

– Möglicherweise wird wieder in die eigenen Taschen gewirtschaftet

– Volk nicht in die Politik eingebunden ? es wird vermutlich nicht nach dessen Wille gehandelt

– Streitereien unter den Herrschenden können zu Konflikten und damit Spaltungen der Regierung führen

– Fähige Führungspersonen werden durch unfähige ausgebremst

Ich denke die Tabelle spricht für sich: Zu viele Nachteile und keine nützlichen Vorteile: Aristokratie gehört in die Tonne.

Auswertung und Ausblick

Wie oben gezeigt wurde hat jede Staatsform Vor-und Nachteile. Ich selbst bin im Zusammenhang mit dieser Studie zu dem Schluss gekommen, dass die Demokratie die zur Zeit wohl beste uns zugängliche ist. Zwar hat eine Monarchie mit einem „idealen“ Herrscher auch so ihren Charme, aber mal ehrlich: Wo findet man so jemand22? Bis wir für einen wirklichen Umsturz der Regierungsform bereit sind, dürfte wohl noch einige Zeit vergehen (ganz im Vertrauen: Ich als Philosoph träume von einer Welt voller zurechnungsfähiger Menschen die ohne Regierung und Gesetzte „vernünftig“ miteinander umgehen). Ehrlich gesagt bin ich auch ganz zufrieden – trotz einiger Zwischenfälle wie Lügen und Skandalgeschichten hat sich unsere Regierung in den letzten Jahrzehnten gut gemacht – nicht perfekt – aber immerhin besser wie in den Jahrzehnten zuvor. Mein Fazit also: Behalten wir die Demokratie bis die Menschen genug Verantwortung tragen können ihre Mitmenschen entweder alle umzubringen oder zu lieben. Persönlich wäre mir letzteres lieber.

3 Er kam aus dem Haus der Alkmaioniden

4Persisches Feuer, von Tom Holland

6Herodot und die Epoche der Perserkriege, Herausgegeben von Bruno Bleckmann, Böhlau Verlag

10http://www.youtube.com/watch?v=dK83UP-0YmQ

11http://www.youtube.com/watch?v=9idpEfitkt0 und http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,581530,00.html

15Politik und Kriegskunst der Assyrer von Walter Mayer

17http://www.politik.dehttp://geschichte-wissen.dehttp://geschichte-wissen.de/forum/staat/200682-demokratischer.html , Untericht Gemeinschaftskunde ? AB homo socialogicus

18Siehe DDR

22Platon hat ja von Philosophenkönigen geträumt – diese in der Realität zu treffen wäre allerdings bedeutend schwerer als sie sich nur vorzustellen

Anonym