Kommentar

Es ist die älteste Fernsehempfangsmöglichkeit, die es gibt: Das Fernsehen mit einer herkömmlichen Antenne im Zimmer oder auf dem Dach. Diese hat sich seit der Umstellung vom analogen auf digitales Fernsehen seit dem Jahre 2002 ohnehin schon stark verändert, denn man benötigt ein externes DVB T-Empfangsgerät – bei neueren Fernsehern ist dieses bereits integriert. Außer den normalen Fersehgebühren für das öffentlich-rechtliche Fernsehen gab es keine zusätzlichen Kosten. Zwar sind die meisten Haushalte ohnehin auf Satelliten- oder Kabelfernsehen umgestiegen, aber immerhin nutzten 2007 12 % der Haushalte in Deutschland einen DVB-T Receiver, 2011 waren es 25 % und 2016 waren es 15,8 %. (Angaben laut Wikipedia) Zu diesen gehöre ich auch, da ich damals die 80,- € pro Jahr für das Kabelfernsehen einsparen wollte.

 

Schon im Jahre 2009 empörte die Meldung die Fernsehzuschauer, dass ProSiebenSat1 will Geld vom Zuschauer verlangen wollte. Dies wurde zunächst zwar noch nicht umgesetzt, doch nun kommt die Umstellung auf DVB T2 – am 29. März 2017 zunächst in den Ballungsräumen und bis Mitte 2019 bundesweit. Dies hat für die Verbraucher gleich mehrere Haken. Einerseits werden die DVB T-Empfangsgeräte für das neue System unbrauchbar, so dass dafür neue gekauft werden müssen und außerdem werden die Privatsender eine gesonderte Gebühr erheben. Diese wird 5,75€ pro Monat bzw. 69,- € pro Jahr betragen.

 

Dazu haben sie sich zu einer Gemeinschaft unter dem Namen ,,Freenet TV“ zusammengeschlossen. Die Sender werden ab der Umstellung verschlüsselt ausgestrahlt – für die Freischaltung ist ein separater Decoder notwendig – die Box kostet auch noch einmal ca. 80,- €. Drei Freimonate sind darauf, so dass die monatlichen Kosten ab Mitte 2017 zum tragen kommen, wenn man die Privatsender über DVB T2 schauen möchte.

Ich werde mir wohl etwas anderes einfallen lassen, denn das mache ich nicht mit. Ich denke auch, dass das terrestrische Fernsehen damit endgültig kaputt gemacht wird.

Und nein, die Werbeeinblendungen bei den Privaten werden wohl keinesfalls entfallen oder auch nur eingschränkt werden. Auf diese Einnahmen können sie nicht verzichten, denn so hoch werden die Einnahmen mit ,,Freenet TV“ wohl auch nicht werden. Ich schätze auch, dass nicht wenige, die DVB-T nutzen, ähnlich denken wie ich.
Außerdem bleibt das Satellitenfernsehen bei den Privaten kostenfrei.

 

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Foto: Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz, Urheber: Christian Wolf, Quelle: Wikimedia Commons