Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Staat, bzw. eine Gesellschaft?

Verschiedene philosophische Vorstellungen

Antike

Platon und Aristoteles

Neuzeit

Kant

Marx und Engels

Meine eigene Position

Abschließende Worte: Warum sollte man sich mit Philosophie im allgemeinem und politischer Philosophie im speziellen beschäftigen?

 

Was ist ein Staat, bzw. eine Gesellschaft?

 

Den Staat zu definieren ist keine einfache Sache, er wird in unterschiedlichen Kontexten verwendet und verschiedene Staate haben unterschiedliche Rollen, bzw. unterscheiden sich in Unabhängigkeit, Macht, Organisation und vielem mehr1. Peter Möller definiert ihn auf seiner Homepage folgendermaßen:

 

„Ein Staat ist politisch/rechtlich betrachtet eine Organisation, die auf einem bestimmten Gebiet die (nach innen höchste und nach außen unabhängige) Macht darstellt, die eine bestimmte Rechtsordnung für das menschliche Zusammenleben durchsetzt.“2

 

Wie er selbst anmerkt ist diese Definition nicht ganz zutreffen, da es durchaus Staaten gibt, die nicht die höchste Macht für dessen Bevölkerung darstellt, man denke nur an die Europäische Union mit ihrem Europäischen Gerichtshof. 3

 

Ich möchte den Staat, sehr oberflächlich und wie ich selbst weiß ungenügend, aber dem Zweck in diesem Aufsatz entsprechend, als:

 

„Politische Organisation, die, ein bestimmtes Gebiet umschließend, für die Bewohner desselben das Recht in einem bestimmten Maße stellt, welches das Zusammenleben zu regeln versucht.“

 

definieren.

 

Eine Gesellschaft hingegen ist ein Zusammenschluss von Individuen die durch Interessen verbundene nach bestimmten Regeln/Prinzipien miteinander agieren4

 

Die Staats – bzw. Gesellschaftsphilosophie, neuer auch „Politische Philosophie“, beschäftigt sich mit dem Staat, aber auch mit jeglicher anderen Politischen Organisation, und prüft den Sinn und Weg des politischen Handelns.5

 

 

 

Verschiedene philosophische Vorstellungen

Antike

Platon und Aristoteles

 

Die „Ahnherren“ der politischen Philosophie sind die beiden antiken Griechen Platon und dessen Schüler, dessen späteres Denken sich aber von dem Platons abhebt67.

 

Platon war der Meinung, ein Staat müsse von einem weisen Philosophenkönig regiert werden, das übrige Volk solle dagegen, in verschiedene klar abgegrenzte Gruppen eingeteilt (z.B.(Nährstand, Wehrstand, Lehrstand ), von jeglicher Herrschaft ausgeschlossen sein.

Aristoteles hingegen sah in dem Menschen ein von Natur aus staatenbildendes Wesen. Der Staat solle für alle ein gutes Leben garantieren8. Er rechtfertigt die Unterstellung des Sklavens gegenüber dem Freien und der Frau gegenüber dem Manne indem er ihnen geringere Urteilskraft und Vernunft zuspricht, sodass dieses Prinzip auch für sie einen Nutzen hätte9.

Da er sowohl Monarchie, als auch Aristokratie und Demokratie für unvollkommen hält ist er für einen Gewaltenteilung10, obwohl er auch sagt, dass oft je nach Situation eine andere Verfassung angebracht ist und eine absolute, allgemeingültige nicht möglich ist.11

 

Neuzeit

Kant

Einer der wohl bekanntesten und meistdiskutierten Philosophen überhaupt war Immanuel Kant. Er war der Meinung, jeder Mensch hätte eine Würde und die Pflicht des Staates müsse sein, die würde eines jeden Menschen zu schützen. Alle Gesetzte, besonders die Menschenrechte, ließen sich davon ableiten. Regieren sollte eine vom Volk gewählte Regierung. Die drei Gewalten: Judikative, Legislative und Exekutive sollten durch Gewaltenteilung versichern, dass keine Einzelperson zu viel Macht erhält12.

 

 

Marx und Engels

 

Bevor ich anfange hiezu etwas zu schreiben möchte ich den Leser darauf hinweisen, dass der Sozialismus (bzw. Kommunismus) der in vielen Ländern der Welt, wie der DDR oder der Sowjetunion praktiziert wurde, nicht den Vorstellungen Marx und Engels entsprachen13.

Da Peter Möller den Kern der Aussage Marx und Engels, wie ich finde sehr gut dargelegt und beschrieben hat möchte ich einen Abschnitt seines Textes hier zitieren:

 

„2. DER STAAT AUS MARXISTISCHER SICHT

2.1. URSPRUNG, WESEN UND ABSTERBEN DES STAATES [4]

In ganz früher Zeit, als die Menschen noch in natürlichen Geschlechtsverbänden lebten und die Produktivkräfte sehr wenig entwickelt waren, hat es keinen Staat gegeben. Alle Einrichtungen eines solchen wie Beamtenschaft, stehendes Heer, Polizei, Gefängnisse, Steuern u. ä. m. sind dieser Gesellschaft fremd. Die öffentliche Gewalt ging aus von allen Mitglieder der Gruppe. Es gab keine Trennung von Rechten und Pflichten. Alle produzierten mit und alle bestimmten mit. Es existierte die Autorität der Gemeinschaft, manchmal auch die Autorität der Alten oder der Frauen, aber es existierte keine Gruppe von Menschen, die nur zum Zwecke des Regierens von den anderen Menschen getrennt und über sie gestellt war. Die Menschen produzierten mit ihren spärlichen Arbeitsinstrumenten nur soviel, wie sie zum direkten Überleben brauchten. Die Existenz von Nichtproduzenten war so gar nicht möglich.

Die Menschen blieben aber nicht auf dieser Stufe stehen. Sie entwickelten die Produktivkräfte weiter und von dem Augenblick an, wo ein Mensch mehr erzeugen konnte als er zum unmittelbaren Überleben brauchte, wurde die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen möglich.

Die nun entstehende Klassenspaltung machte es unmöglich, dass die öffentliche Gewalt weiterhin von allen Mitgliedern der Gesellschaft ausgeübt werden konnte. Eine solche Gesellschaft, sollte sie nicht im Kampf der Klassen zu grunde gehen, konnte nur existieren unter einer scheinbar neutralen dritten Macht, die über den Klassen stehend, das Allgemeinwohl vertretend, den Konflikt der Klassen unterdrückte oder in die nötigen Grenzen wies. Diese dritte Macht ist der Staat. [5]

Dieser Staat ist „in der Regel Staat der mächtigsten, ökonomisch herrschenden Klasse, die vermittels seiner auch politisch herrschende Klasse wird.“ (MEW 21/166f)

Der Staat ist der marxistischen Theorie nach nicht aus der Verkomplizierung des öffentlichen Lebens zu erklären. Der Staat ist das Produkt der ökonomischen Entwicklung und der daraus resultierenden unversöhnlichen Klassengegensätze.

In der entstehenden Klassenspaltung sahen Marx und Engels aber nicht nur etwas negatives. Auf der damals niedrigen Entwicklungsstufe war eine Weiterentwicklung der Produktivkräfte, die Entwicklung von Wissenschaft, Kunst und Philosophie nur möglich vermittels einer kleinen privilegierten Schicht, die von der unmittelbaren Produktion befreit, sich ausschließlich der Kopfarbeit widmen konnte. [6]

Mit der weiteren Entwicklung der Produktivkräfte, die seit der Entstehung des Kapitalismus einen bedeutenden Aufschwung nahm, ist die Existenz von Klassen überflüssig geworden. Der hohe Stand der Produktivkräfte, so meinten Marx und Engels, werde es ermöglichen, dass alle Menschen neben der Produktion der notwendigen Lebensmittel auch noch Zeit hätten, sich mit der Verwaltung des Gemeinwesens und mit Wissenschaft und Kunst zu beschäftigen. Mit den Klassen verschwindet auch der Staat. Die öffentliche Gewalt, obwohl inzwischen wesentlich umfangreicher und komplizierter, kann wieder von allen Mitgliedern der Gesellschaft ausgehen. [7]

 

ANMERKUNGEN

(…)

Anm. 4: Als Quelle dient mir hier insbesondere das 9. Kapitel von Engels‘ Schrift Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats. (MEW 21/152ff) (…)

Anm. 5: „Damit aber diese Gegensätze, Klassen mit widerstreitenden ökonomischen Interessen nicht sich und die Gesellschaft in fruchtlosem Kampf verzehren, ist eine scheinbar über der Gesellschaft stehende Macht nötig geworden, die den Konflikt dämpfen, innerhalb der Schranken der Ordnung halten soll; und diese, aus der Gesellschaft hervorgegangene, aber sich über sie stellende, sich mehr und mehr entfremdende Macht ist der Staat.“ (MEW 21/165) (…)

Anm. 6: Hierzu siehe Engels Anti-Dühring, (MEW 20/166ff + 262f). (…)

Anm. 7: Engels faßte seine Auffassungen folgendermaßen zusammen: „Der Staat ist also nicht von Ewigkeit her. Es hat Gesellschaften gegeben, die ohne ihn fertig wurden, die von Staat und Staatsgewalt keine Ahnung hatten. Auf einer bestimmten Stufe der ökonomischen Entwicklung, die mit der Spaltung der Gesellschaft in Klassen notwendig verbunden war, wurde durch diese Spaltung der Staat eine Notwendigkeit. Wir nähern uns jetzt mit raschen Schritten einer Entwicklungsstufe der Produktion, auf der das Dasein der Klassen nicht nur aufgehört hat, eine Notwendigkeit zu sein, sondern ein positives Hindernis der Produktion wird. Sie werden fallen, ebenso unvermeidlich, wie sie früher entstanden sind. Mit ihnen fällt unvermeidlich der Staat. Die Gesellschaft, die die Produktion auf Grundlage freier und gleicher Assoziation der Produzenten neu organisiert, versetzt die ganze Staatsmaschine dahin, wohin sie dann gehören wird: ins Museum der Altertümer, neben das Spinnrad und die bronzene Axt.“ (MEW 21/168) (…)

 

Meine eigene Position

 

Ich selbst bin der Meinung, dass jeder Mensch so leben können sollte wie es ihm persönlich gefällt, solange er dabei keine anderen Menschen daran hindert so zu leben wie sie wollen. Mir ist bewusst, dass dies wohl nicht zu realisieren ist, aber jegliches staatliches streben sollte zum Wohle aller Menschen gerichtet sein und sie so wenig einschränken wie möglich. Deswegen halte ich nichts vom Verbotswahn des Staates, so bin ich, obwohl ich sie selber nicht spiele, gegen den Verbot von gewaltbasierten Spielen, solange diese nicht reelle Personen verletzen.Jeder Mensch muss für sich selbst entscheiden können! (Dazu hilft übrigens auch Philosophie: Wo will ich hin ist eine wichtige Frage!).

Außerdem bin ich gegen das herrschende „Klassensystem“ : Es kann nicht sein, dass Bauarbeiter stundenlang hart arbeiten und Hartz IV Empfänger leiden (weil ihre anderen erlernten Berufe veraltet sind oder sie aus einer ärmlichen Schicht stammen und richtig nie zur Schule konnten), während andere Leute ihre geerbte Firma für sich arbeiten lassen und im Luxus-Restaurant für 3000 Euro einen Sekt bestellen.14

Noch schlimmer ist das in anderen Ländern, in denen die Geburt entscheidet wer als 11-jähriger auf der Straße krepiert und wer als Multimilliardär ausgesorgt hat. Der Staat muss „Gleichmacher“ sein und jedem Menschen ein gutes Leben bieten können.

Abschließende Worte: Warum sollte man sich mit Philosophie im allgemeinem und politischer Philosophie im speziellen beschäftigen?

Warum ist es überhaupt sinnvoll sich mit Philosophie zu beschäftigen? Ich bin der Meinung, dass Philosophie jedem, der sich nicht blind in jeglichen Dogmatismus stürzt aus vielerlei Gründen, auch im praktischen Leben helfen kann. Jeder Mensch ist neugierig. Durch Philosophie findet man vielleicht Antworten auf Fragen wie: Was ist der Sinn des Lebens? Warum und was bin ich? Darauf aufbauend hat jeder Mensch eine Erkenntnistheorie. Was kann man erkennen? Was kann man wissen? Was ist Gut und was ist Böse. Was ist Wahrheit? Indem man diesen Fragen nachgeht und, vor allem, nachdenkt kann man sein Leben ins positive lenken. Man kann herausfinden was man bis jetzt (unbewusst) vermisst hat, anders mit anderen Menschen umgehen und Vorurteile bekämpfen.

Und man kann über Politik nachdenken, eigene Ideen entwickeln, versuchen etwas zu verbessern und die Zukunft ins Gute lenken, damit auch zukünftig Leben in allen Formen und Farben möglich ist.

4Hier lehne ich eng an Möller an http://www.philolex.de/einfph12.htm#k12-01

7Obwohl es davor natürlich auch schon philosophische Beschäftigung mit Politik gab – aber das heutige Verständnis dieser phhilosophischen Richtung ist maßgeblich und Hauptsächlich von Platon und Aristoteles beeinflusst

13http://www.philolex.de/einfph14.htm#k14-06

14Was nicht heißen soll das ich gegen Kapitalismus bin

 

Anonym