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Am kommenden Wochenende ist es soweit: Das Superwahljahr 2011 beginnt. Die Wahl zur Hamburger Bürgerschaft ist die erste von insgesamt sieben anstehenden Landtagswahlen in diesem Jahr. Auf der ursprünglichen Agenda stand diese Wahl keinesfalls. Erst die Aufkündigung des ersten schwarz-grünen Bündnisses auf Länderebene im November des vergangenen Jahres führte zu dem nun vorgezogenen Urnengang. „Schuld“ waren die Grünen, die in der von Spannungen geprägten Koalition mit der CDU keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit gesehen haben. Ob diese Vorgehensweise kalkuliert war oder nicht, lässt sich nicht vollends belegen. Der Eindruck, dass aufgrund der positiven Umfragewerte ein möglicher “Umstieg” hin zu rot-grün eine Rolle gespielt hat, bleibt jedoch bestehen. Wenige Tage vor der Wahl scheint auch relativ sicher festzustehen, dass die Herrschaft der CDU in Hamburg gebrochen werden kann. Den Sozialdemokraten, mit ihrem Spitzenkandidaten Olaf Scholz, wird von allen renommierten Umfrageinstituten bescheinigt, dass sie wohl als die mit Abstand stärkste Partei aus der Wahl hervorgehen wird. Der „Plan“ scheint aufgegangen.

Anstatt rot-grün etwa nur rot?

Das einzige Problem daran ist: Der SPD werden so starke Stimmenzuwächse prognostiziert, dass sie am Ende gar mit einer absoluten Mehrheit der Sitze rechnen könnte. Im Umkehrschluss würde dies bedeuten, dass die Grünen, die wohl ebenfalls stark zulegen können, für eine Regierungsbildung gar nicht mehr benötigt werden. Fairerweise sollte man betonen, dass eine derartige Entwicklung im November noch nicht unbedingt absehbar war. Die jetzige Stärke von SPD und Grünen ist vor allem auch einer mittlerweile gnadenlos schwachen CDU geschuldet, die zufrieden sein kann, wenn sie mehr als 25% erzielt. Trotzdem würde es einer gewissen Ironie gleichkommen, wenn die Grünen am Sonntag tatsächlich auf die Oppositionsbank geschickt werden würden. Wenigstens ein spannender Punkt einer recht unspektakulären Hamburg-Wahl.

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