adieu

 

 

Die FDP hat das schlimmste Jahr ihrer Geschichte hinter sich. 2013 war ein Auf und Ab: Erst das sensationelle Ergebnis in Niedersachsen, dann der Komplettabsturz im Bund. Die am längsten regierende Partei in der Bundesrepublik wurde mit einer schallenden Ohrfeige aus dem Bundestag geworfen. Deutschland möchte keine wirtschaftsliberale Kraft mehr – es scheint jedenfalls so.

 

Natürlich machten sich die FDP-Strategen nach dem Wahldesaster eiligst an eine Generalsanierung und schmiedeten eifrig Pläne, wie die Partei wieder für mehr als 4 % wählbar wird. Viel dabei herausgekommen ist bisher nicht

Ja, es wird für einen Wiedereinzug in das Europäische Parlament reichen. Der Spitzenkandidat Alexander Graf Lambsdorff ist ein sympathischer, ruhiger und seriöser Politiker – und eben nicht überdreht wie Rösler und Westerwelle. Ein Typ, wie ihn potentielle FDP-Wähler mögen. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass die 3 % Klausel verfassungswidrig ist, mag der FDP zudem zugute kommen. Dennoch darf es nicht darüber hinwegtäuschen, dass der FDP ein klares Programm fehlt: Das einfache gerechte Steuersystem und mehr Netto vom Brutto sind verschossen; und ein wirkliches Kernthema ist nicht in Sicht – für mehr Bürgerrechte und digitale Themen stehen andere Parteien (Grüne, Piraten) glaubhafter. Allein mit Kritik an der jetzigen Regierung ist auch kein Blumentopf zu gewinnen. Die FDP ist derzeit ein zahnloser Tiger ohne Manege.

 

Dass die FDP mehr Biss zeigen sollte, hat auch der Hoffnungsträger Christian Lindner erkannt (Chapeau: Johannes Vogel zum NRW-Generalsekretär zu machen, ist ein kluger Schritt!) – sein aggressiver Auftritt bei Günther Jauch war nicht verkehrt, eine klare Abgrenzung von Mietpreisbremse und ordnungspolitischen Instrumenten tat der Diskussion und dem Profil der FDP gut.

 

Das größte Problem der FDP ist das desaströse Image: Hohn nach dem Rauswurf aus dem Bundestag kam zum Teil nicht unverdient, allzu selbstgefällig trat die Partei in der Vergangenheit auf. Allein, dass man sich von der 18 % Kampagne jemals erholen konnte, grenzt für mich an ein Wunder – und ist vielleicht Hoffnung für die FDP-Granden, dass es noch einmal geht. Denn wenn die Partei nicht ein positives Bild in der Öffentlichkeit zeichnen kann, heißt es tatsächlich: Auf Nimmerwiedersehen FDP…